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Donnerstag, 27. August 2026
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Zukunftsorientierte Hilfe für die Klosterruine Frauenalb in Marxzell
Marxzell: Kloster Frauenalb (c) Landratsamt Karlsruhe
 
Zukunftsorientierte Hilfe für die Klosterruine Frauenalb in Marxzell
Für Notsicherung und Voruntersuchung

Für die Voruntersuchung und die Notsicherung der Klosterruine Frauenalb in Marxzell stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 90.000 Euro zur Verfügung. Die Klosteranlage Frauenalb befindet sich im Tal der von Süden nach Norden fließenden Alb auf einem Schwemmkegel, der sich von der westlichen Talwand quer in den Wiesengrund schiebt. In ihrer leicht erhöhten und solitär eingebetteten Lage über dem Bach bildet sie ein bestimmendes Element innerhalb der Kulturlandschaft der nördlichen Schwarzwaldausläufer. Die barocke Klosteranlage stellt eine bedeutsame Etappe in der Geschichte südwestdeutscher Klosterbaukunst des späten 17. und 18. Jahrhunderts dar.

Das Kloster wurde zwischen 1180 und 1185 gestiftet. Das Benediktinerinnenkloster erfüllte auch die Aufgabe eines adeligen Damenstifts, in dem unverheiratete oder verwitwete Frauen, materiell abgesichert, ein kontemplatives und standesgemäßes Leben führen konnten. So war die hoch- und spätmittelalterliche Entwicklung des Klosters bis zur ersten Aufhebung 1598 auf der einen Seite eng mit der umfangreichen Grundausstattung durch die Stifterfamilie sowie mit der Bindung an die Schirmherrschaft der Ebersteiner verknüpft.

Äbtissin Margarethe von Greith, die „zweite Gründerin“ des Klosters, ließ 1672 das Abteigebäude neu errichten. Unter ihrer Nachfolgerin Maria Salome von Breitlangenberg wurde 1696 mit dem Neubau der Konventgebäude begonnen, Süd- und Ostflügel waren 1704 vollendet. Unter Gertrud von Ichtrazheim wurden die Arbeiten ab 1727 fortgesetzt und eine neue Kirche errichtet. 1802 wurde das Kloster aufgehoben, 1809 gelangte es durch Schenkung an die Gräfin von Hochberg, die hier eine Woll- und Tuchfabrik einrichtete. Nach 1819 erfolgte eine Parzellierung des Areals, die Gebäude wurden veräußert und industriell genutzt. In den 1830/1840er-Jahren schließlich zerstörten mehrere Brände das Kloster, das Steinmaterial durfte abgebaut werden. 1902 kam es zu ersten Bemühungen der Bürgerschaft und des Großherzoglichen Konservators zur Bewahrung der Klosterruine.

Die lange Entwicklungsgeschichte des Klosters spiegelt zugleich wichtige Epochen der vormodernen Territorial- und Konfessionsgeschichte des Landes wider. Darüber hinaus galt die Ruine im frühen 19. Jahrhundert als „dramatisches“ Monument, das die Landschaft ästhetisch und romantisch überhöht. Wie die Heidelberger Schlossruine wurde auch die Frauenalber Klosterruine zunehmend von Künstlern und bürgerlichen Besuchern aufgrund des romantischen Erlebnisses bereist.

Die Klosterruine Frauenalb gehört nunmehr zu den über 440 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte.
 
Eintrag vom: 27.08.2026  




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