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Sonntag, 10. Mai 2026
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Nachwuchs bei den seltenen Waldantilopen
Bongo-Jungtier in der Wilhelma © Bild: Wilhelma Stuttgart/Julia Hüfner
 
Nachwuchs bei den seltenen Waldantilopen
Weibliches Bongo-Jungtier in der Wilhelma geboren. Erfolgreiche Nachzucht in zweiter Generation.

Stuttgart, Mai 2026 – In der Wilhelma gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Am Samstag, 25. April 2026, ist ein weibliches Bongo-Jungtier zur Welt gekommen. Muttertier ist die sechsjährige Sabah, die selbst 2020 in der Wilhelma geboren wurde. Deren Mutter ist die ebenfalls in der Wilhelma lebende Bongo-Kuh Assante. Damit setzt sich die erfolgreiche Zucht dieser selten gehaltenen Antilopenart in Stuttgart über mehrere Generationen hinweg fort.

Geschwister zeigen großes Interesse
In den ersten Lebenstagen blieb das Jungtier gemeinsam mit seiner Mutter im geschützten Vorgehege. Seit heute ist das kleine Bongo-Weibchen gemeinsam mit ihrer Mutter und den beiden Schwestern auch im Außengehege unterwegs und gut für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Dort zeigt sich der Nachwuchs bereits ausgesprochen aktiv: Immer wieder erkundet das Jungtier im Familienverbund aufmerksam seine Umgebung.

Perfekt angepasst an das Leben im Regenwald
Bongos (Tragelaphus eurycerus) zählen zu den größten und zugleich scheuesten Waldantilopen Afrikas. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in den dichten Regen- und Bergwäldern Zentralafrikas. Charakteristisch ist ihr kastanienbraunes Fell mit auffälligen weißen Querstreifen, die im gefleckten Licht des Waldes eine effektive Tarnung bieten. Sowohl männliche als auch weibliche Tiere tragen spiralig gedrehte Hörner.

Bedrohte Art im Fokus des Artenschutzes
In der Natur sind Bongos stark bedroht. Lebensraumverlust durch Abholzung sowie Wilderei haben vielerorts zu drastischen Bestandsrückgängen geführt. Besonders die Unterart der Bergbongos gilt laut Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht. Wissenschaftlich geführte zoologische Einrichtungen wie die Wilhelma engagieren sich daher im Rahmen international koordinierter Erhaltungszuchtprogramme für den Aufbau stabiler Reservepopulationen.

Darüber hinaus laufen internationale Projekte zur Wiederansiedlung des stark bedrohten Östlichen Bongos in Kenia. Gemeinsam mit dem Kenya Wildlife Service und der Mount Kenya Wildlife Conservancy beteiligen sich mehrere europäische Zoos an der Vorbereitung von Auswilderungen. Anfang 2026 wurden männliche Tiere unter anderem aus den Zoos Frankfurt und Berlin nach Kenia gebracht, wo sie schrittweise an ein Leben in der Natur herangeführt werden sollen. Ziel des Projekts ist es, langfristig wieder stabile Bongo-Bestände in den Bergwäldern Kenias aufzubauen.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin betont: „Jedes Jungtier ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser faszinierenden und seltenen Tierart. Gleichzeitig ermöglichen uns solche Nachzuchten, Besucherinnen und Besucher für die Bedrohung tropischer Waldökosysteme zu sensibilisieren und Ex situ Artenschutz zu betreiben.“

Mit etwas Glück aus nächster Nähe zu beobachten
Da das Jungtier inzwischen regelmäßig gemeinsam mit seiner Familie im Außengehege unterwegs ist, bestehen derzeit besonders gute Chancen, den Nachwuchs bei seinen ersten Erkundungstouren zu beobachten.
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Eintrag vom: 09.05.2026  




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