Jahresbilanz des Mundenhofs mit erneutem Rekord: 2025 kamen ĂĽber 570.000 Besucher*innen
Umweltpädagogische Programme sind beliebter denn je
Auch im Jahr 2025 verzeichnet der Mundenhof einen herausragenden Erfolg:
Mehr als 573.000 Besucher*innen fanden ihren Weg in den Freiburger Tier- und Naturerlebnispark und besuchten die vielseitigen Angebote des Hofes.
Damit wurde nach dem Corona-Knick (2019: 382.000, 2020: 308.000, 2021: 362.000) zum vierten Mal in Folge der Vorjahres-Rekord geknackt: 2022 waren es 486.000, 2023 dann schon 521.000 und 2024 über 557.000 Besucher*innen gewesen. Diese – und viele weitere – Erkenntnisse haben Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit und die Mundenhof-Leiterinnen Susanne Eckert und Birte Boxler heute auf einem Ortstermin vorgestellt.
Bürgermeisterin Buchheit wies darauf hin, dass sich mit dem neuen Rekordwert die Besucher*innenzahl seit 2013 (296.000) fast verdoppelt hat: „Das ist ein riesiger Erfolg und eine große Auszeichnung für die tolle Arbeit, die am Mundenhof jeden Tag geleistet wird. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen die Notwendigkeit, auch mit Blick auf den neuen Stadtteil Dietenbach den Mundenhof weiterzuentwickeln, um ihn als lebenswerten Naherholungsraum für die Freiburger*innen in Zukunft zu erhalten.“
Darüber hinaus brachte das vergangene Jahr in der Hofverwaltung einige Veränderungen: Seit Mai 2025 ist Hannah Stark als neue KonTiKi-Leiterin auf dem Mundenhof angestellt und sorgt für ein abwechslungsreiches pädagogisches Programm. Seit April 2025 leitet Melinda Schlegel den Bereich Tiergehege.
Abschiede und Neuzugänge im Tierreich
Auch das Jahr 2025 brachte für den tierischen Nachwuchs des Mundenhofs freudige wie traurige Ereignisse mit sich: Unter den Jungtieren waren mehrere Verluste zu beklagen, durch Fehlgeburten oder andere tragische Vorfälle. Insgesamt erblickten 76 neue Tiere das Licht der Welt. Neuzugänge gab es unter anderem bei den Erdmännchen, Straußen, Kamerunschafen und Javaneraffen.
Besonders schmerzlich war der Verlust von Zabrina, der Mutter eines Kamerunschafs, die die Geburt nicht überlebte und eingeschläfert werden musste. Bei den Straußen gab es einen weiteren traurigen Abschied: Henne Kia verstarb nach mehreren schweren Krankheiten. Auch der Verlust von älteren Tieren wie einer Bisonkuh, einer Wollschweinsau und einem Wasserbüffelbullen trübte die Stimmung. Zudem erlitten die Pfauen und Nandus tragische Verluste durch Raubtiere und menschliche Diebstähle. Insgesamt wurden (wie berichtet) 16 Nandu-Eier entwendet.
Dennoch konnte der Mundenhof seinen Tierbestand durch Tierkäufe und Schenkungen aufstocken. So kamen zwei Zackelschafe, zwei Kaschmirziegen und auch ein paar Pfauen neu nach Freiburg. Außerdem wurden ein Wasserbüffelbulle und ein Heidschnuckenbock zu Züchtungszwecken angeschafft. Seit zwei Monaten ist auch der Lamahengst Ulrich auf dem Mundenhof. Seine Ankunft kam vor allem bei den Lamastuten sehr gut an. Namensgebend für den Lamahengst war übrigens eine Patenschaft, die Bürgermeisterin Buchheit ihrem bisherigen Amtskollegen Ulrich von Kirchbach geschenkt hat.
Ein Stall für die Nandus, ein Picknickhäuschen für das Publikum
Die größte bauliche Neuerung bei den Tieren war im vergangenen Jahr der brandneue Nandustall. Die großen Laufvögel können dort getrennt von Lamas und Heidschnucken, die auf der Koppel nebenan leben, untergebracht werden. Sie erhalten dort ungestört ihr Futter und müssen nicht mit den Vierbeinern konkurrieren. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Stall soll ihnen ein artgerechtes, ungestörtes und geschütztes Brüten ermöglichen.
Auf der Kaninchenanlage, der Gibboninsel und der ungarischen Steppenrinderanlage haben die Tierpfleger*innen die Gehege neu eingerichtet, um das Leben der Tiere zu bereichern.
Für das Publikum gibt es ebenfalls eine Neuerung: Aus dem alten Kamerunschafstall wurde ein Picknickhäuschen gezimmert. Dessen Wände sind geschmückt mit Pfoten-, Krallen- und Klauenabdrücken von Erdmännchen, Straußen und Kamerunschafen. Besucher*innen können so auch bei Regen eine kleine Pause machen.
Neben den üblichen Unterhaltsarbeiten entsteht derzeit auf dem Gelände des ehemaligen Bolzplatzes in der Nähe der Hofwirtschaft ein Ort für umweltpädagogische Projekte, an dem Schulklassen und Gruppen klimagerechtes Gärtnern erleben und erlernen können: der Zukunftsgarten.
Daran haben die Mitarbeitenden des Mundenhofs im Jahr 2025 intensiv weitergearbeitet. Unter anderem haben sie den Teichbau vorangebracht, ein Recyclingbeet eingesetzt und einen Fahrradstellplatz gebaut. Auch ein Folientunnel wurde gesetzt, damit die Kinder die geschützte Anzucht von Jungpflanzen begleiten können.
Das KonTiKi-Programm: Eine Erfolgsgeschichte geht weiter
Das umweltpädagogische Aushängeschild des Mundenhofs, das KonTiKi-Programm (Kontakt-Tier-Kind), erfreute sich 2025 unveränderter Beliebtheit. Zu den KonTiKi-Nachmittagen, die dienstags, mittwochs und donnerstags stattfinden, kamen – vor allem mittwochs – etwas mehr Kinder als im vergangenen Jahr. 108 solcher Nachmittage konnte das KonTiKi-Team anbieten. Das Angebot für Schulklassen am Dienstag- und Donnerstagvormittag wurde ebenfalls unverändert gut angenommen – insgesamt kamen 62 Gruppen mit über 1000 Kindern und Jugendlichen.
Auch die übrigen Programme wie die Ferienfreizeiten oder die Gummistiefelwoche fanden wieder statt. Sehr gut besucht war der „Tag der offenen Hoftür“, der im April erstmalig stattfand und bei dem das KonTiKi mit eigenem Stand und mehreren Mitmach-Aktivitäten vertreten war.
Im Dezember 2025 fand wieder das allseits beliebte Krippenspiel statt. Wie gewohnt war es sehr gut besucht. 80 Tiere und 150 (vor allem ehrenamtliche) Menschen machen es immer wieder zum beeindruckenden Erlebnis, wenn die Weihnachtsgeschichte auf dem Mundenhof nachgespielt wird.
Ein kleiner Wermutstropfen bei den KonTiKi-Tieren war der Abschied von Alpaka-Urgestein Moni, das vielen erwachsenen Ăśbungsleiter*innen noch aus ihren eigenen KonTiKi-Kind-Zeiten bekannt war. DafĂĽr kamen zwei Hausesel und drei Alpaka-Stuten neu zur Herde hinzu. Das KonTiKi-Programm wird auch 2026 in gewohnter Weise fortgefĂĽhrt. Informationen zum aktuellen Angebot gibt es unter www.freiburg.de/kontiki.
Rückschläge
In den vergangenen Monaten musste der Mundenhof einige Rückschläge meistern. In der neuen Werkstatt wurden in einer Nacht mehrere Geräte entwendet, was den Arbeitsalltag vorübergehend erschwerte und zusätzliche Aufgaben für das Team mit sich brachte. Im Dezember kam es zudem zu einem Brandschaden im Eingangsbereich, der ebenfalls Zeit und Ressourcen erforderte.
Seit Jahren kommt es immer wieder zu Vandalismus, Brandstiftung und anderen Dummheiten. Die Gesamtzahl der Schäden liegt in manchen Jahren deutlich im fünfstelligen Euro-Bereich; nicht zu beziffern ist das Ausmaß der Verunsicherung für Menschen und Tieren, aber auch der Frust des Hofpersonals, das viel Aufwand und Arbeitszeit investieren muss, um die Schäden zu beseitigen.
Die Mundenhof-Leiterinnen Susanne Eckert und Birte Boxler hoben hervor, dass der Mundenhof alle Fälle von Vandalismus, Brandstiftung oder Einbrüchen konsequent zur Anzeige bringt: „Neben dem finanziellen Schaden durch solche Handlungen sind es vor allem die Folgeerscheinungen, die uns langfristig beschäftigen. Neben der Unsicherheit bei Mitarbeitenden, Besuchenden und unseren Tieren kostet es eben auch enorm viele Ressourcen, alles wieder funktionstüchtig herzurichten. Das sind Kapazitäten, die uns dann an anderer Stelle fehlen und die wir viel lieber in ein schönes Aufenthaltserlebnis für Besuchende, weitere pädagogische Angebote für Kinder oder auch betreuungsintensive Gebäudeumbauten investieren würden.“
Ausblick
Für das Jahr 2026 hat der Mundenhof erneut ein vielfältiges Programm geplant, das die Besucherinnen und Besucher begeistern wird. Neben den etablierten Festen wird am Sonntag, 10. Mai, der „Markt für Morgen“ stattfinden – ein großes Fest der Bildung für nachhaltige Entwicklung, das zahlreiche Mitmach-Aktionen und Aussteller aus den Bereichen Klimaschutz, Artenvielfalt und soziale Gerechtigkeit vereinen wird.
Zudem freut sich der Mundenhof bereits auf den inklusiven Kinder-Kunst-Workshop der „Gemischten Tüte“ am 21. Juni, der Kindern einen kreativen
Zugang zur Drucktechnik mit Naturmaterialien und Licht ermöglicht. Baulich wird aktuell der Umbau der Alten Schmiede zur „Zukunftsschmiede“ als Lernraum weiter vorangetrieben, um den stark nachgefragten pädagogischen Angeboten des Mundenhofs zusätzlichen Raum zu bieten.
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