Monitoring der Bechsteinfledermaus hat begonnen
Im Mooswald startet in diesem Jahr ein umfangreiches Forschungsprojekt. Von April bis September untersuchen Experten des Instituts für Tierökologie und Naturbildung die Bechsteinfledermaus, eine seltene und streng geschützte Art. Auftraggeberin ist die Deutsche Bahn, die gesetzlich verpflichtet ist, vor dem geplanten Ausbau des 3./4. Gleises im Raum Freiburg mögliche Auswirkungen auf die Fledermäuse im FFH-Schutzgebiet „Mooswälder bei Freiburg" zu überwachen und zu dokumentieren.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen bis zu acht Kolonien der Bechsteinfledermaus. Die Forschenden wollen herausfinden, wo die Tiere ihre Quartiere haben, welche Teile des Waldes sie als Jagdgebiet nutzen und wie sie sich im Verhältnis zur Autobahn A5 bewegen – insbesondere, wo und wie häufig sie diese queren. Die Ergebnisse fließen in die Planung und Evaluierung der Wirksamkeit von Querungsbauwerken (Grünbrücken, Durchlässe) ein.
Für die Untersuchungen kommen mehrere wissenschaftliche Methoden zum Einsatz. Zunächst werden Fledermäuse in Netzen gefangen und mit kleinen, leichten Radiosendern ausgestattet, die ein präzises Verfolgen ihrer Bewegungen ermöglichen. Ergänzend wird im gesamten Untersuchungsgebiet ein automatisches Telemetrienetz aufgebaut: Rund 48 Stationen registrieren die Signale der besenderten Tiere und zeichnen ihre Routen auf. Zusätzlich werden an ausgewählten Standorten akustische Erfassungsgeräte eingesetzt, die die Ultraschallrufe der Fledermäuse aufzeichnen.
Wer die mit Solarpanelen ausgestatteten Telemetrie-Geräte im Wald entdeckt: Die Geräte sind mit einem Informationsschild und den Kontaktdaten des Instituts versehen. Sie sind ungefährlich und erfassen ausschließlich den Flug der besenderten Fledermäuse. |