Der Zoo Basel verabschiedete sich in den letzten zwei Tagen von den Elefantenkühen Maya und Rosy. Im Rahmen des EAZA Ex-situ-Programms (EEP) zogen sie in zwei unterschiedliche französische Zoos um. In den kommenden Wochen, voraussichtlich gegen Ende Mai 2026, wird im Zolli eine neue Elefantengruppe erwartet. Bis dahin werden kleinere Renovationen an der Elefantenanlage Tembea durchgeführt. Für die Betreuer:innen war der Abschied von ihren Schützlingen Maya und Rosy emotional herausfordernd. Dennoch blicken sie den kommenden Entwicklungen mit Freude entgegen.
Diese Woche war es soweit: Die Verantwortlichen des Zoo Basel mussten Abschied nehmen von den beiden Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) Maya und Rosy. Nach dem Tod von Leitkuh Heri im vergangenen Juni zeigte sich rasch, dass die Tiere künftig in zwei unterschiedlichen Zoos untergebracht werden müssen. Sie vertrugen sich nicht sehr gut. Gespräche mit dem EAZA Ex-situ-Programm (EEP), das die Haltung und Zucht der Afrikanischen Elefanten innerhalb der European Association of Zoos and Aquaria koordiniert, fanden deshalb schon früh und fortlaufend statt. So konnte in den letzten Monaten für beide Elefantenkühe ein geeigneter Platz gefunden werden.
Von Basel nach Frankreich
Sowohl Maya als auch Rosy kamen 1999 als Wildfänge in den Zoo Basel. Während Rosy unter der damaligen Leitkuh Ruaha noch Welpenschutz genoss, mutierte die rund ein Jahr ältere Maya zum Omegatier der Herde und fand ihren Platz in der Gruppe nie so richtig. Darin liegen vermutlich die Spannungen zwischen den beiden Tieren begründet. Maya, die zurückhaltendere, aber auch gelassenere der beiden, reiste am Dienstag, 24. März 2026, in den französischen Safari-Park Peaugres. Dort trifft sie auf zwei Kühe im Alter von 40 und 57 Jahren. Die neugierige und aufgeweckte Rosy hat den Zoo Basel heute Donnerstag, 26. März 2026, in Richtung Amnéville, Frankreich, verlassen. Im Bestand des Zoo Amnéville lebt eine Elefantenkuh (43).
Aus beiden französischen Zoos kamen vorgängig Kolleginnen und Kollegen nach Basel, die dort mit den Elefanten arbeiten. Ziel ihrer Besuche war es, Maya und Rosy kennenzulernen und abschätzen zu können, ob sie vom Charakter her zu ihren Tieren passen. Ebenfalls besuchten Zolli-Mitarbeiter:innen Peaugres und Amnéville, um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Als alle Beteiligten den Transfers zugestimmt hatten, wurde mit der detaillierten Planung begonnen.
Emotionale Momente
Für die Tierpfleger:innen der Elefantenanlage Tembea war der Abschied von Maya und Rosy ein schwieriger Moment: Über viele Jahre standen sie täglich in engem Kontakt mit den Tieren. Sie übernahmen deren Pflege und Beschäftigung, führten Target-Trainings durch, überwachten ihre Gesundheit und begleiteten tierärztliche Interventionen. Dass ihre beiden Schützlinge nun in Frankreich ein neues Zuhause gefunden haben, kommt ihnen entgegen. Sowohl Peaugres als auch Amnéville sind von Basel in wenigen Autostunden erreichbar. Der definitive Abschied erfolgt jedoch nicht für alle Mitarbeiter:innen unmittelbar: Maya und Rosy wurden bzw. werden auf dem Transport von Zolli-Pflegerinnen und -Pflegern begleitet. Auch bleiben die Basler Betreuer:innen in den ersten Tagen vor Ort, um Maya und Rosy das Einleben in ihrem neuen Umfeld zu erleichtern.
Neue Elefantengruppe
Gleichwohl freuen sich die Verantwortlichen auf die spannende Aufgabe, die auf sie wartet: Sie werden künftig eine sogenannte Matrilinie betreuen dürfen, mit Aussicht auf Zucht. Eine Matrilinie ist eine mütterliche Verwandtschaftslinie bestehend aus weiblichen Tieren, die untereinander eng verwandt sind. Die Ankunft der neuen Elefantengruppe ist gegen Ende Mai 2026 geplant. Der Zoo Basel wird erneut informieren, sobald die Tiere eingetroffen sind, und die Öffentlichkeit vertieft über die Zusammensetzung der Herde orientieren.
Keine Tiere während Renovierungsarbeiten
In den kommenden Wochen wird die Elefantenanlage Tembea für die Ankunft der neuen Tiere vorbereitet. Dazu gehören kleinere Anpassungen, technische Instandhaltungen sowie Optimierungen an den Bereichen, die für das Training, die Pflege und die Beschäftigung der Elefanten wichtig sind. Während dieser Vorbereitungsarbeiten ist das Gehege unbesetzt. Das Tierhaus bleibt offen und für die Besucher:innen zugänglich. |