Blindenleitsystem, akustische Ampeln, Querungen: Barrierefreier Ausbau an der Bissierstraße erfolgreich abgeschlossen
- Gemeinsames Projekt von VAG und GuT
- Lob von Behindertenvertretungen: „Vorzeigemodell für barrierefreien Ausbau.“
- OB Horn: „Freiburg wird Stück für Stück barrierefreier.“
- Haltestelle ist moderner Mobilitätsknotenpunkt
Der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Bissierstraße sowie der Kreuzung Bissierstraße/Berliner Allee ist abgeschlossen. Die Bauarbeiten starteten im März 2025. Durchgeführt wurden sie von der Freiburger Verkehrs AG (VAG) und dem Garten- und Tiefbauamt (GuT) der Stadt Freiburg. Behindertenvertretungen unterstützten mit ihrer Expertise.
Oberbürgermeister Martin Horn, die VAG-Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch, Leiter des GuTs Frank Uekermann, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbands Mischa Knebel sowie Daniela Schmid, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen, weihten die umgebaute Wendeschleife jetzt offiziell ein.
Gute Zusammenarbeit verschiedener Akteure
Oberbürgermeister Martin Horn unterstrich dabei die Bedeutung des Projekts: „Barrierefreiheit in der öffentlichen Infrastruktur ist eine zentrale Aufgabe für gerechte Lebensbedingungen, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Dadurch wird Freiburg Stück für Stück barrierefreier. Der Weg ist noch lang, aber Projekte wie dieses zeigen: Wir sind auf dem richtigen Kurs.“
Alle Übergänge an der Kreuzung sind mit akustischen Signalen ausgestattet, die zwischen Straßen- und Gleisquerungen unterscheiden. Ein durchgehendes Blindenleitsystem aus Rillen- und Noppenplatten mit kontrastierenden Begleitstreifen führt Nutzende zuverlässig zu den Ampelüberwegen, Haltestellen und Querungsstellen. Die Querungen wurden in zwei unterschiedlichen Höhen angefertigt, damit sie für Sehbehinderte sowie Rollstuhlfahrende gleichermaßen geeignet sind. Gepflasterte Wege über die Bushaltestelle vervollständigen die Barrierefreiheit.
Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamts, ergänzte: „Die Bissierstraße zeigt, dass solche ambitionierten Projekte gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen: Stadt, Verkehrsbetriebe und vor allem die Verbände der Menschen mit Behinderungen, die ihre Expertise einbringen.“
Vorzeigemodell für barrierefreien Ausbau
Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins, lobte die Arbeiten: „Das Konzept an der Bissierstraße ist gut durchdacht, in sich stimmig und überzeugt in jeder Ecke: ein repräsentatives Vorzeigemodell. Das ist der Standard, den wir überall anstreben.“ Und appellierte an die Fahrgäste: „Jetzt müssen nur alle darauf achten, dass die Leitsysteme nicht zugestellt werden – etwa durch Taschen oder E-Scooter.“
Daniela Schmid, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen, sagte: „Menschen mit Behinderung sind oft besonders auf den ÖPNV angewiesen. Deswegen ist es wichtig, dass die Barrierefreiheit nicht nur an einzelnen Stellen umgesetzt wird, sondern ein Gesamtkonzept entsteht. Bei der Bissierstraße ist genau das passiert.“ Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen. „In Freiburg sind wir insgesamt auf einem guten Weg, auch wenn es für uns Betroffene natürlich schneller gehen könnte. Doch dafür braucht es finanzielle Mittel von Bund und Land.“
Zentraler Mobilitätsknotenpunkt mit vielen Extras
Die Haltestelle Bissierstraße ist ein zentraler Knotenpunkt der VAG – eine Bündelung verschiedener Mobilitätsangebote, die den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel erleichtern.
Die Mobilstation Bissierstraße verbindet die Buslinien 10, 22 und 36 mit der Stadtbahnlinie 3. Darüber hinaus bietet sie mehrere Fahrgastunterstände, eine Frelo-Station, einen Park-and-Ride-Platz mit rund 240 Parkplätzen sowie eine DHL-Packstation. Zu Heimspielen des SC Freiburgs pendeln zwischen der Bissierstraße und dem Stadion zusätzliche Straßenbahnen. Künftig soll die Zahl der Fahrradstellplätze erweitert werden. Ein Snack- und Getränkeautomat bietet ein zusätzliches Angebot für Fahrgäste und Fahrpersonal. Seit Dezember 2025 ist zudem die Schnellladestation für die E-Busse der VAG in Betrieb und versorgt die Busflotte mit Ökostrom.
Oliver Benz, Vorstand der VAG, sagte: „Aus einer funktionalen Bushaltestelle ist nun ein moderner und übersichtlicher Mobilitätsknotenpunkt entstanden. Das Fahrpersonal muss nicht mehr rangieren und auch die Fahrgäste finden sich besser zurecht. Es gibt unterschiedliche Mobilitätsangebote – und nebenbei können die Gäste noch schnell ihre Päckchen abschicken.“
Stephan Bartosch, VAG-Vorstand, ergänzte: „Die Bauarbeiten fanden aufgrund parallel stattfindender Arbeiten unter großem Zeitdruck statt und waren für das Team herausfordernd.“ Andere Baustellen im Liniennetz sowie der dafür eingerichtete SEV mussten in der Planung berücksichtigt werden. „Umso schöner ist es jetzt, nicht nur ein gutes Ergebnis zu sehen, sondern auch Lob von allen Seiten zu bekommen.“
Die Kosten für den barrierefreien Ausbau sowie den Ausbau der Ladeinfrastruktur bei E-Bussen liegen für die VAG bei zwei Millionen Euro. Davon sind 75 Prozent vom Land Baden-Württemberg gefördert. Die Tiefbauarbeiten und die Ampelanlage des GuT haben rund 860.000 Euro gekostet. Das Land fördert das Projekt mit rund 395.000 Euro. |