Deutschland 2026 | Komödie
Regie: Sönke Wortmann
Darsteller: Sebastian Bezzel, Anna Schudt, Kya-Celina Barucki
Helikopterpapa, verletzter Stolz und jede Menge unausgesprochene Vorwürfe – wenn Eltern so tun, als hätten sie alles im Griff, ist das Chaos für gewöhnlich nicht fern… Sönke Wortmann trifft mitten ins Herz des familiären Wahnsinns und macht daraus eine so unangenehm ehrliche wie scharfzüngige Komödie mit bester Besetzung – nach dem gleichnamigen Roman von Jan Weiler!
Hannes (Sebastian Bezzel) hat eigentlich alles, was man zum Glücklichsein braucht: eine liebevolle Familie, ein Haus im Grünen und eine solide Karriere als Schriftsteller. Die großen Bestsellerjahre sind zwar vorbei, doch Hannes nimmt das mit stoischer Gelassenheit – er ist einfach gerne Ehemann und Vater. Nur seine Familie sieht das anders: Seiner Frau Sara (Anna Schudt) und den Kindern Carla (Kya-Celina Barucki) und Nick (Philip Müller) geht er mit übermotivierter Fürsorge und Spätboomer-Weisheiten zunehmend auf die Nerven. Und dann kommt alles auf einmal: Der Verlag stellt seine Romanreihe ein, Nicks Aussicht auf das Abitur sieht schlecht aus und Carla beschließt, von Zuhause auszuziehen. Als Sara schließlich eine Auszeit von der Ehe will, steht Hannes’ Wohlfühlwelt endgültig Kopf. Er kapituliert – bis er Vanessa (Judith Bohle) begegnet. Womöglich lohnt es doch, die eigene Komfortzone auch mal zu verlassen… Sönke Wortmann (DER VORNAME, DER NACHNAME, CONTRA) serviert eine bissige, aber liebevolle Komödie über das tägliche Durcheinander zwischen guten Absichten und katastrophalen Folgen. Die Figuren stolpern charmant durch ihre eigenen Eitelkeiten, während sie versuchen, ihre Kinder und sich selbst im Griff zu behalten – meistens erfolglos. Dabei wird kaum ein Klischee ausgespart: von überambitionierten Eltern über peinliche Familientreffen bis hin zu überraschend rührenden Momenten. Sebastian Bezzel (gemeinhin bekannt in der Paraderolle des Franz Eberhofer) und Anna Schudt spielen ihre Hauptrollen so amüsant wie souverän zwischen überdrehtem Humor und überraschender Tiefe. Die Mischung aus Situationskomik, scharfsinnigen Dialogen und einem Hauch Selbstironie macht das komödiantische Familiendrama zu einem kurzweiligen Spiegel unserer eigenen Eltern und Familienrealitäten – zum Lachen, Mitfühlen und manchmal auch leisen Fremdschämen. Ein Wortmann eben.
Läuft in der Harmonie Freiburg |