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Mittwoch, 11. Februar 2026
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Artenvielfalt in Freiburg
Grüne Infrastruktur zur Förderung der biologischen Vielfalt

Neuer Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald ist fertig:
Aussichtsreiche Perspektive fĂĽr die Tier- und Pflanzenwelt im Freiburger Osten

Durch die massiven Eingriffe des Menschen in die Landschaft ist die Biodiversität seit Jahrzehnten rückläufig; in den nächsten Jahren sind rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Oder anders ausgedrückt: Jede achte Art weltweit – mehr als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Das geht auch an Freiburg nicht spurlos vorbei. Um diesen dramatischen Abwärtstrend lokal etwas entgegenzusetzen, hat die Stadt 2019 den „Aktionsplan Biodiversität“ beschlossen. Ein zentraler Baustein ist der jetzt fertiggestellte Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald, der am Montag im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz vorgestellt und beraten wurde.

Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit betont: „Das weltweite Artensterben wird die Zukunft unserer Region verändern – daher müssen wir handeln. Artenvielfalt braucht Konzepte, Raum und dauerhafte Pflege. Mit dem Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald schaffen wir nun auch eine Perspektive für die Tier- und Pflanzenwelt der Schwarzwaldhänge und -täler im Osten unserer Stadt.“

Straßen, Wohngebiete und intensiv genutzte Felder trennen oft die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Deshalb ist es wichtig, solche Wanderhindernisse zu überwinden und zusammenhängende Biotopverbünde zu schaffen. Ziel ist es, ökologisch hochwertige Lebensräume zu erhalten und neu zu entwickeln. So können sich verschiedene Tierarten – beispielsweise Amphibien, Reptilien, Heuschrecken und Schmetterlinge – sowie Pflanzen in menschengenutzten Kulturlandschaften ausbreiten und vermehren.

Das Potenzial im Freiburger Schwarzwald ist groß: Viele extensiv genutzte Wiesen und Weiden sind (noch) artenreich. Aktuell machen ökologisch wertvolle Lebensräume hier rund 23 Prozent der Offenlandfläche aus (etwa 142 von 618 Hektar) – allerdings sind diese Grünlandlebensräume zunehmend bedroht. Durch die Umsetzung aller im neuen Biotopverbundplan vorgeschlagenen Maßnahmen könnte ihr Anteil auf rund 41 Prozent steigen (256 Hektar). Das gäbe vielen regionalen Tier- und Pflanzenarten eine langfristige Perspektive.

Dafür ist die Stadt allerdings auf Unterstützung angewiesen, um nicht nur auf städtischen sondern auch auf privaten Flächen Maßnahmen umzusetzen. Die Ziele können besser gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben und Flächeneigentümer*innen vor Ort erreicht werden. Das Umweltschutzamt berät fachlich und unterstützt die freiwillige Umsetzung von Maßnahmen mit umfangreichen Fördermitteln des Landes – beispielsweise die extensive Beweidung, die Sanierung und die Neuanlage von naturnahen Gewässern oder Blühflächen auf Äckern. Auch Ausgleichs- oder Ökokontomaßnahmen sind im Einzelfall förderfähig. Für weitere Informationen kann das Umweltschutzamt unter umweltschutzamt@freiburg.de kontaktiert werden.

Darüber hinaus unterstützt die Stadt mit dem Förderprogramm „Artenschutz in der Stadt“ alle Bürger*innen, Institutionen und Unternehmen bei biodiversitätsfördernden Maßnahmen in privaten Gärten, Vorgärten, Höfen, auf Grundflächen oder an Gebäuden. Um Vögeln, Insekten und anderen Tieren Nahrungs- und Nistmöglichkeiten sowie Rückzugsräume zu bieten, braucht es nicht viel Platz. So können kleinräumige Biotope wie Trockensteinmauern oder zugewachsene Weidenflächen entstehen. Außerdem gibt es im Rahmen des Aktionsplans Biodiversität noch Fachberatungen und Informationen für Interessierte. Mehr Informationen gibt es unter www.freiburg.de/artenschutz.

RĂĽckblick: Biotopverbundplan Tuniberg
Bereits 2024 hat das Umweltschutzamt den Biotopverbundplan Tuniberg fertiggestellt und vorgestellt. Gemeinsam mit dem Plan FreiburgSchwarzwald ist jetzt sowohl der Osten mit der Vorbergzone, den Schwarzwaldhängen und -tälern als auch der Westen mit dem Tuniberg und der Mooswaldniederung abgedeckt. Die Planungen für den neuen Biotopverbund Freiburg-Mitte laufen bereits – dann steht einem flächendeckenden Biotopverbund Freiburg nichts mehr im Weg. Das ist ein wichtiger Meilenstein, um die Biodiversität in der Region und darüber hinaus zu fördern.

Im Landesnaturschutzgesetz hat sich das Land Baden-Württemberg zum Ziel gesetzt, landesweit bis zum Jahr 2030 ein Netz räumlich und funktional verbundener Biotope zu schaffen, das 15 Prozent der Offenlandfläche umfasst. Nur so kann die Wanderung von Tier- und Pflanzenarten sichergestellt und der Austausch gefährdeter Populationen auch in Zukunft gewährleistet werden. Dazu sollen die Biotopverbundpläne beitragen.
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Eintrag vom: 11.02.2026  




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