Prolixletter
Donnerstag, 8. Januar 2026
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Filmtipp: Bon Voyage - Bis hierher und noch weiter
 
Filmtipp: Bon Voyage - Bis hierher und noch weiter
Frankreich 2025, 98 Minuten
Regie: Enya Baroux
Darsteller: Hélène Vincent, Pierre Lottin, David Ayala, Juliette Gasquet

Eine Familie, die sich lange wenig zu sagen hatte, macht sich in einem 40 Jahre alten Wohnmobil auf eine Reise quer durch Frankreich – und noch weiter… Enya Baroux wagt sich an sensible Themen von familiären Beziehungen bis hin zum Recht, sein Lebensende selbst zu bestimmen – und verbindet diese äußerst gelungen mit spritzigen Dialogen, kuriosen Figuren und viel Situationskomik. Eine wundervolle, höchst amüsante Sterbehilfe-Komödie mit starkem französischem Starcast!

Die 80-jährige Marie (Hélène Vincent) hat ihr Leben stets selbst bestimmt – und daran ändert auch ihre schwere Krankheit nichts! Den Termin für die Sterbehilfe in der Schweiz hat sie bereits vereinbart – jetzt muss sie es nur noch ihrer Familie beibringen. Doch im letzten Moment verlässt sie der Mut, und sie rettet sich in die Notlüge einer angeblichen Erbschaft. Sohn Bruno (David Ayala), von Geldsorgen geplagt, will sofort aufbrechen. Auch seine pubertierende Tochter kommt mit. Als Fahrer rekrutiert Marie kurzerhand Rudy (Pierre Lottin), den hilfsbereiten jungen Mann vom Pflegedienst. Sie entstauben das alte Wohnmobil und machen sich – samt Rudys zahmer Ratte – auf den Weg. Marie tut auf der Fahrt vieles, was sie lange nicht mehr getan hat: Sie badet im Meer, tanzt zu Schlagermusik und sitzt spätabends am Lagerfeuer. Ganz nebenbei findet die Familie wieder zueinander. Doch irgendwann nähert sich die Truppe ihrem Reiseziel und Marie steht vor einer Entscheidung… Über ein Thema wie den krankheitsbedingten Freitod eine vergnügliche Komödie zu drehen, erfordert Mut, Einfühlungsvermögen und ein gerüttelt Maß an erzählerischem Geschick. Enya Baroux gelingt dieses Kunststück mit leichter Hand, dank eines originellen Drehbuchs – und dem französischen Bühnenstern Hélène Vincent (ALLES AUSSER GEWÖHNLICH), die in der Hauptrolle der willensstarken Seniorin brilliert! Überhaupt gewinnt der Film besonders durch seine feinfühlige Figurenzeichnung an Tiefe, einen maßgeblichen Anteil daran hat auch Pierre Lottin. Sein Spiel ist nuanciert und präzise, zielt nicht auf große Effekte, sondern lässt innere Konflikte, Zweifel und leise Hoffnungen durch kleine Gesten sichtbar werden. Eine kluge, unterhaltsame Tragikomödie, die ihren Humor aus genauer Beobachtung und pointierten Dialogen schöpft und beweist, dass Komik und Tiefe einander perfekt ergänzen.

Läuft in der Harmonie Freiburg
 
Eintrag vom: 02.01.2026  




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